Nun zieht Bayern Konsequenzen: Ab dem 15. August werden in mehreren Gemeinden entlang der A8 südlich von München Durchfahrverbote für Ausweichverkehr eingeführt.
Wie das Landratsamt Rosenheim mitteilte, sollen die Sperren an Wochenenden und Feiertagen gelten – jeweils von Freitag bis Sonntag. Ziel ist es, den Ausweichverkehr aus den Ortsdurchfahrten fernzuhalten, wenn sich auf der Autobahn 8 der Verkehr staut.
Die Entscheidung ist das Ergebnis eines Treffens von Landrat Otto Lederer (CSU) mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der betroffenen Orte. Möglich geworden ist die Maßnahme durch eine Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums, wonach solche Beschränkungen rechtlich zulässig sind. Das Landratsamt kann nun selbst festlegen, wo und wann die Verbote gelten und wie sie kontrolliert werden.
„Die Hinweisschilder sind bereits in Auftrag gegeben“, erklärte Lederer. Bis Mitte August sollen sie aufgestellt werden. Auch die Autobahn GmbH des Bundes will unterstützend Schilder direkt an der Autobahn platzieren, beispielsweise mit dem Hinweis: „Bei Stau auf der Autobahn bleiben.“ Zudem werden LED-Tafeln die Verkehrsteilnehmer auf die Sperrungen hinweisen, so die parlamentarische Staatssekretärin Daniela Ludwig (CSU).
Die A8 zwischen München und Salzburg zählt zu den meistbefahrenen Strecken Deutschlands. Besonders an Wochenenden und in Ferienzeiten kommt es hier regelmäßig zu langen Staus. Navigations-Apps leiten Autofahrer dann oft über Land – sehr zum Ärger der betroffenen Gemeinden.
In einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatten Kommunalpolitiker bereits deutlich gemacht, dass die Belastung für ihre Orte nicht länger hinnehmbar sei. Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem vom Rosenheimer Landrat Otto Lederer sowie den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus Aschau, Bad Aibling, Bad Feilnbach, Rohrdorf, Rosenheim und Samerberg.
Das Problem ist nicht neu: Neben der A8 ist auch die A93 in Richtung Kufstein und Salzburg betroffen – Hauptverkehrsrouten für Urlauber auf dem Weg nach Österreich, Italien oder Kroatien. Im österreichischen Bundesland Tirol gibt es vergleichbare Fahrverbote (besonders entlang des Brenners auf dem Weg nach Italien) bereits seit Längerem – nun zieht Bayern nach.


