A2 Gotthardtunnel Maut – zusätzlich zur Vignette

Die Schweiz möchte Autofahrer, die über die A2 durch den Gotthardtunnel wollen, zusätzlich zur Kasse bitten. Eine flexible Gotthardtunnel Maut ist gefordert - auch für den San Bernardino.

Veröffentlicht am: | von Andreas Schneider


Gotthardtunnel Maut - Autobahn A2 | Bild: © Andreas Schneider
Gotthardtunnel - kommt die Maut zusätzlich zur Vignette? | Bild: © Andreas Schneider

Eine Gotthardtunnel Maut – zurzeit ist die Fahrt durch den 17 Kilometer langen Gotthardtunnel noch gratis – bzw. ist mit im Preis der Schweizer Vignette von 42 Euro enthalten. Doch das könnte sich schon in naher Zukunft ändern. Denn was seit Jahren schon an Arlberg und am Brenner problemlos in Österreich funktioniert, könnte auch bald in der Schweiz Wirklichkeit werden – eine zusätzliche Maut für die Fahrt durch den Gotthardtunnel.

Das Problem ist der seit Jahren zunehmende Ausflugs- und Reiseverkehr – vor allem an den großen Reisetagen Ostern, Pfingsten und in den Sommerferien – dann staut sich der Verkehr bis auf über 20 Kilometer vor dem Gotthardtunnel. Viele Autofahrer fahren dann schon lange vor dem Tunnel von der Autobahn A2 ab und nutzen die Kantonsstraße – doch auf dieser geht es dann genauso wenig voran. Nur mit dem Unterschied, dass die Anwohner oder Rettungskräfte wie Notarzt oder Feuerwehr selbst nicht mehr zu Ihren Zielen bzw. Einsatzorten fahren können.

Es hat sich nun ein „Trio Gotthard“ gebildet – ein Zusammenschluss von drei Nationalräten und Nationalrätinnen unterschiedlicher Parteien, die Ihren Vorschlag zu einer flexiblen Sondermaut ins Parlament einbringen. Und durch die Unterstützung ihrer Parteimitglieder wäre das Trio sogar mehrheitsfähig.

Gotthardtunnel Maut – flexible Preise

Die Idee der drei ist, die Maut flexibel zu gestalten – so dass der Preis dann am höchsten ist, wenn die Nachfrage der Tunneldurchfahrt am größten ist: an Ostern, Pfingsten sowie im Sommer. Umgekehrt wäre die Durchfahrt durch den Tunnel im November oder Januar am billigsten. Für die lokale Bevölkerung soll es dann Ermäßigungen geben.

Man erhofft sich von der Idee einer Gotthardtunnel Maut, dass die Autofahrer Ihre Reisen dann eben nicht mehr an den Hauptreisetagen starten, sondern zwei, drei Tage früher oder später. Eben nicht mehr alle am Samstag, sondern vielleicht schon am Donnerstag oder sogar Mittwoch ihre Reise antreten.

Die ganze Sache hat nur zwei Haken – zum einen müssten bei dieser Idee auch alle Wohnungs- und Hotelvermieter mitmachen und flexibel ihre Unterkunft vermieten. Doch die allermeisten vermieten weiterhin nur von Samstag bis Samstag – somit ist dann der große Bettenwechsel – und alle reisen an diesem Tag nach wie vor an bzw. ab.

Der zweite Haken ist, dass viele Familien mit Kindern an die Schulzeiten gebunden sind – und nicht einfach mal Donnerstags in den Urlaub fahren können. Somit wird der größte Teil der Urlauber weiterhin an den Hauptreisetagen aufbrechen – und sich weiter in den Stau stellen und die Extramaut zahlen – oder sich andere Strecken suchen und keine zusätzliche Gotthardtunnel Maut zahlen.

Dies hat aber auch das „Trio Gotthard“ schon erkannt – und empfiehlt, zusätzlich zur Gotthardtunnel Maut auch eine Maut für die Ausweichstrecke über die San Bernadino Route, die A13, einzuführen.

Gotthardtunnel Maut – 20 Euro extra

Aktuell geistern diverse Zahlen durch das Internet – so spricht man von ca. 20 Euro für die einfache Fahrt – somit würde sich eine Reise nach Italien, an den Lago Maggiore, Luganersee oder ins Tessin um insgesamt 40 Euro verteuern, wenn man die Rückreise noch hinzuaddiert.

Es könnten sogar noch ein höherer Betrag werden, denn es steht auch für das nächste Jahr eine Einführung der digitalen Vignette an – und gleichzeitg eine Erhöhung der Preise für die Vignette in der Schweiz – erstmals seit 27 Jahren!