E-Vignette Kroatien: Warum es sie nicht gibt – und was sich 2027 ändert
E-Vignette Kroatien - Autobahnmaut | Bild: © Andreas Schneider

E-Vignette Kroatien: Warum es sie nicht gibt – und was sich 2027 ändert

Aktualisiert am 30.08.2026 | Lesezeit: 2 min | Dieser Artikel kann Partner-Links enthalten. Erkennbar am * hinter dem Link. Bei einer Buchung über diese Links erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen dadurch keine Mehrkosten. | Schreibe einen Kommentar

Wer nach einer E-Vignette für Kroatien sucht, sucht etwas, das es nicht gibt: Kroatiens Autobahnen werden streckenabhängig an Mautstationen abgerechnet, nicht über eine Pauschalvignette. Was sich ändert, ist die Technik dahinter – ab Herbst 2026 schrittweise, ab 1. März 2027 vollständig ersetzt ein kennzeichenbasiertes System namens "Crolibertas" die klassischen Mautstationen. Der Überblick über aktuelle Preise, die Umstellung und was Reisende jetzt wissen müssen.

Kroatien hat keine Vignette: So funktioniert die Maut heute

Anders als Österreich, die Schweiz oder Slowenien kennt Kroatien keine Vignette – wer eine „Kroatien-Vignette“ kaufen will, kauft etwas, das nicht existiert. Stattdessen gilt ein geschlossenes Mautsystem: Beim Auffahren auf die Autobahn zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt wird nach Fahrzeugkategorie und gefahrenen Kilometern abgerechnet. Als grobe Faustregel kann man mit rund 8 Euro pro 100 Kilometer rechnen.

StreckeKosten Pkw (Richtwert 2026)
Zagreb – Splitca. 26,40 Euro
Zagreb – Rijekaca. 10,00 Euro
Zagreb – Dubrovnikca. 43,90 Euro
Umag – Pula (Istrien)ca. 6,30 Euro

Wohnmobile und andere Fahrzeuge über 1,90 Meter Höhe zahlen deutlich mehr – auf der Strecke Zagreb–Split etwa rund 42,50 Euro. Bezahlt wird bar in Euro, mit Kredit- oder Debitkarte, oder per ENC-Transponderbox mit einem Rabatt von rund 21,74 Prozent gegenüber der regulären Barzahlung.

Neues System Crolibertas: Kennzeichenerkennung statt Mautstation

Kroatien digitalisiert seine Autobahnmaut unter dem Projektnamen „Crolibertas„. Rund 212 Mautportale mit insgesamt 1.744 Kameras sollen künftig Fahrzeuge per Kennzeichenerkennung erfassen, ohne dass an Schranken angehalten werden muss – ein Free-Flow-Prinzip, wie es in mehreren europäischen Ländern bereits im Einsatz ist. Das System ist EETS-kompatibel und soll Kroatien damit an den europäischen elektronischen Mautverbund anschließen. Laufend aktuelle Informationen sowie die spätere Registrierung bietet die offizielle Crolibertas-Website des Betreibers Hrvatske autoceste (HAC), auf Kroatisch und Englisch.

Wichtig für die Einordnung: Auch nach der Umstellung bleibt die Maut streckenabhängig – aus der bisherigen Zahlung an der Mautstation wird eine automatische, aber weiterhin kilometerbasierte Abrechnung. Es entsteht also keine Pauschalvignette, wie sie der bisherige Artikeltitel „E-Vignette“ vermuten lassen könnte.

Zeitplan: Schrittweise ab Herbst 2026, vollständig ab 1. März 2027

Die Umstellung beginnt ab Herbst 2026 schrittweise. Bis zum 28. Februar 2027 funktionieren die bisherigen Mautstationen mit Bar- und Kartenzahlung parallel weiter, sodass Reisende in der Übergangszeit wie gewohnt bezahlen können. Ab dem 1. März 2027 übernimmt Crolibertas den Betrieb vollständig, die klassischen Mautstationen entfallen dann. Der Termin wurde bereits mehrfach verschoben (ursprünglich 2024, dann 2025 geplant) – für die Reiseplanung 2026 bleibt vorerst alles beim Alten.

Bezahlung ab 2027: Online-Registrierung oder Mautbox

Für Pkw und Motorräder ist eine Online-Kennzeichenregistrierung vorgesehen: Kennzeichen und Zahlungsmittel werden vorab über ein Portal hinterlegt, die Maut wird während der Fahrt automatisch erfasst und abgebucht. Alternativ – für Lkw, Busse und Fahrzeuge über 3,5 Tonnen verpflichtend, für Pkw optional – gibt es eine ENC-Mautbox im Fahrzeug.

Wer spontan und ohne Vorregistrierung unterwegs ist, kann sich auch vor Ort an Terminals oder über mobile Registrierungswege anmelden – das kann allerdings zu Wartezeiten führen. Wer weder vorab noch vor Ort registriert und nicht zahlt, riskiert Nachforderungen und Bußgelder.

Anreise über Österreich und Slowenien

Die gängige Anreiseroute aus Deutschland nach Kroatien führt meist über Österreich und Slowenien – und anders als Kroatien selbst verlangen beide Länder eine reguläre Vignette. Wer stattdessen über die Schweiz anreist, findet die aktuellen Preise im Schweiz-Artikel.


Foto des Autors

Ein Best Ager unterwegs in Europa

Schreibe einen Kommentar