Eine der längsten Almen Südtirols
Wer von Brixen hinauf in Richtung Lüsen fährt, lässt den Trubel des Tales schnell hinter sich. Mit jedem Höhenmeter öffnet sich der Blick, bis sich schließlich eine weite Hochfläche entfaltet – die Lüsner Alm, eine der schönsten und zugleich längsten Almen Südtirols.
Über 20 Kilometer zieht sich dieses Hochplateau, das im Sommer in sattem Grün und Blütenduft erstrahlt und im Winter in eine glitzernde Decke aus Schnee gehüllt ist.

Gipfeltouren rund um die Lüsner Alm
An klaren Sommertagen führen Höhenwege und Gipfeltouren zu Zielen wie dem Jakobstöckl, dem Campill oder dem Astjoch, das weithin als einer der schönsten Aussichtspunkte gilt. Oben, auf über 2.100 Metern, liegt ein Panorama, das wie gemalt scheint: die schroffen Zacken der Dolomiten im Süden, die weißen Gipfel der Zillertaler Alpen im Norden, dahinter das endlose Band der Hohen Tauern. Auf dem Weg dorthin begleiten einen das leise Zirpen der Grillen, das Rauschen des Windes im Latschenkieferwald und der würzige Duft von Bergkräutern.
Wer es weniger sportlich angehen möchte, begibt sich auf eine Kräuter- oder Hochmoortour – etwa vom Parkplatz Zumis über die Rodenecker-Lüsner Alm hin zum Tschupwaldsee oberhalb der Starkenfeldhütte. Hier offenbart sich eine stille, fast mystische Welt: das sanfte Schmatzen der Moorflächen unter den Schuhen, der Duft feuchter Erde, das Spiel von Licht und Schatten auf den Almwiesen.
Auch für Mountainbiker und Spaziergänger ist die Lüsner Alm ein Terrain der Leichtigkeit. Die Wege sind sanft, der Himmel oft weit und wolkenlos, und immer wieder schweift der Blick über diese weite Landschaft, in der man das Gefühl hat, tief durchatmen zu können.
Winter auf der Lüsner Alm
Im Winter legt sich eine besondere Ruhe über die Alm. Die Schritte im Schnee knirschen gedämpft, der Atem steigt in kleinen Wolken auf. Schneeschuhwanderer ziehen ihre Spur durch weiße Weiten, während Langläufer lautlos über makellose Loipen gleiten. Wenn am späten Nachmittag die Sonne die Schneeflächen in ein goldenes Licht taucht, ist es, als hielte die Zeit für einen Moment den Atem an.

Hütten zur Einkehr
Für die genussvolle Einkehr sorgen bewährte Hütten mit Charakter. Die Starkenfeldhütte ist ein Klassiker für Wanderer – mit Südtiroler Spezialitäten aus regionalen Zutaten und einer sonnigen Terrasse. Die Rastnerhütte empfängt ihre Gäste mit warmem Holzambiente und einer Aussicht, die bei gutem Wetter bis weit ins Pustertal reicht. Auf dem Übergang zur Rodenecker Alm liegt die Kreuzwiesenhütte, urig, gemütlich und bekannt für ihre eigene Almkäserei. Kleinere Einkehrmöglichkeiten – etwa bei der Oberhauserhütte, der Ronerhütte (die sich jetzt Naturhotel Runa nennt) – bieten je nach Route kulinarische Vielfalt und gelebten Almgenuss. Die Schwaiger Böden hingegen sind kein Ort zum Einkehren, sondern ein weitläufiges, sonnenverwöhntes Almgebiet, das mit seiner offenen Landschaft und herrlichen Aussichtspunkten zu einer Rast im Freien einlädt.

Für Genusswanderer und Naturfreunde ist die Lüsner Alm ein Ort, an dem Weite und Stille erlebbar werden. Ein Tag klingt hier oft mit einem Glas Südtiroler Wein in der Hand aus, während der Blick über sonnenbeschienene Gipfel streift und in der Ferne das leise Geläut der Kuhglocken langsam verklingt. Es ist dieses Ineinandergreifen von Natur, Sinneseindrücken und Gastfreundschaft, das die Lüsner Alm zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.
Reisetipps & beste Zeit für den Besuch der Lüsner Alm
Die Lüsner Alm ist ein Ganzjahresziel – jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz.
Im Frühling erblühen die Almwiesen in einer Farbenpracht aus Krokussen, Enzian und Alpenrosen, während der Schnee auf den Gipfeln noch glitzert.
Der Sommer ist die Zeit für ausgedehnte Wanderungen, Gipfeltouren und Mountainbike-Ausflüge. Die klare Bergluft und die langen Tage lassen viel Raum für Entdeckungen.
Im Herbst färben sich die Lärchen golden, das Licht wird weicher und die Aussicht noch klarer – perfekt für Genießer, die Ruhe suchen.
Der Winter verwandelt die Alm in ein stilles Paradies für Schneeschuhwanderer, Langläufer und Winterwanderer, die den Zauber verschneiter Weiten erleben wollen.
Anreise
Von Brixen aus fährt man in Richtung Lüsen. Kommt man aus dem Wald, sieht man links eine Tankstelle. An dieser biegt man links auf die Kreuzner Straße ein, folgt dieser bis es rechts die Straße Kreuznerberg erreicht und fährt auf dieser bis zum Parkplatz Zumis – ein idealer Ausgangspunkt für viele Touren. Wer im Winter anreist, sollte auf entsprechende Winterausrüstung achten. Es gibt auch einen Weg von der Norseite her zum Parkplatz Zumis, der führt von Brixen über Vahrn am Kloster Neustift vorbei bis nach Mühlbach, hier geht es dann über Nauders bis zum Parkplatz.
Tipps für Genießer
Wer die regionale Küche Südtirols entdecken möchte, sollte mittags oder am frühen Nachmittag einkehren – viele Hütten servieren traditionelle Südtiroler Spezialitäten. Besonders empfehlenswert sind Knödelvariationen, Gerstsuppe und hausgemachter Apfelstrudel.
Besonderheiten
Teile der Lüsner Alm sind barrierefrei erschlossen, was auch weniger mobile Gäste zu traumhaften Aussichtspunkten führt. Viele Hütten bieten Produkte aus eigener Herstellung an – ein ideales Mitbringsel für zu Hause.
Offizielle Webseite Lüsner Alm: https://www.luesen.com/de/stille-in-den-dolomiten/sanfte-luesner-alm-und-peitlerkofel.html


