Ausflug in den Rheingau: Kloster Eberbach, Wein und Wandern für ein perfektes Wochenende
Ausflug in den Rheingau - Blick vom Niederwalddenkmal auf den Rhein und das gegenüberliegende Bingen. | Foto: Andreas Schneider

Ausflug in den Rheingau: Kloster Eberbach, Wein und Wandern für ein perfektes Wochenende

Aktualisiert am 27.08.2026 | Lesezeit: 5 min | Dieser Artikel kann Partner-Links enthalten. Erkennbar am * hinter dem Link. Bei einer Buchung über diese Links erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen dadurch keine Mehrkosten. | Schreibe einen Kommentar

Der Rheingau, ein schmaler Landstrich entlang des Rheins zwischen Wiesbaden und Rüdesheim in Hessen, zählt zu den bekanntesten Weinbauregionen Deutschlands. Für ein Wochenende bietet die Region eine Kombination aus historischen Klöstern und Schlössern, einer Wanderetappe entlang des Rheinsteigs sowie einer breiten Palette an Restaurants von rustikal bis Gourmet.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert wird im Rheingau fast ausschließlich Riesling angebaut – heute rund 78 Prozent der Rebfläche. Die geografische Lage, an der der Rhein eine West-Ost-Schleife bildet und südexponierte Hänge entstehen, begünstigt den Weinbau klimatisch. 1775 wurde auf Schloss Johannisberg zufällig die Spätlese entdeckt, als ein Kurier die Leseerlaubnis verspätet überbrachte und die Trauben bereits Edelfäule angesetzt hatten – ein Ereignis, das die Rheingauer Auslese-Weine begründete.

Neben dem Wein prägen mittelalterliche Klöster und Schlösser das Landschaftsbild. Das ehemalige Zisterzienserkloster Eberbach sowie die Adelssitze Schloss Vollrads und Schloss Johannisberg stehen für die enge Verbindung von Kirche, Adel und Weinbau in der Region.

Kloster Eberbach im Rheingau: Sehenswürdigkeit mit 900 Jahren Weingeschichte

Das Kloster Eberbach bei Eltville wurde 1136 vom heiligen Bernhard von Clairvaux gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Klöster Deutschlands. Die Anlage ist bis heute nahezu vollständig erhalten und zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen Europas. Das Architekturensemble aus romanischen und frühgotischen Bauten diente 1985/86 als Drehort für den Film „Der Name der Rose“ mit Sean Connery. Heute kümmert sich eine Stiftung um den Erhalt des Kulturerbes, jährlich besuchen mehrere hunderttausend Menschen die Anlage.

Führungen finden mehrmals täglich statt, unter anderem durch die Basilika und den Dormitoriumssaal aus dem 12. Jahrhundert, teils mit Audioguide. Eberbach war und ist zudem Zentrum des Weinbaus: Es beherbergt die Hessischen Staatsweingüter, das größte Weingut Deutschlands, mit Weinproben im klostereigenen Weinkeller. Museum, Souvenirshop und die Klosterschänke mit regionaler Küche im historischen Ambiente ergänzen das Angebot (siehe Restaurant-Tabelle unten).

Vom Bahnhof Eltville bringt Sie der Bus 172 stündlich direkt zum Klostereingang. Öffentliche Führungen kosten etwa 12 bis 15 Euro. Im Sommer finden zudem Konzerte des Rheingau Musik Festivals in der Basilika statt.

Weitere Sehenswürdigkeiten: Schwarzes Häuschen und Schloss Johannisberg

Schwarzes Häuschen – Weinausschank im Weinberg

Rund zehn Gehminuten vom Klostertor entfernt liegt in den Weinbergen oberhalb von Eberbach das „Schwarze Häuschen“ – ein kleiner historischer Weinstand mitten in der Lage Steinberg, dem ummauerten Weinberg des Klosters. Am Wochenende schenken hier die Staatsweingüter ihre Weine aus, dazu gibt es Vesper-Häppchen wie Brot, Käse, Schinken oder Spundekäs.

Geöffnet ist das Schwarze Häuschen bei geeignetem Wetter von April bis Oktober, freitags 15 bis 19 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen 11 bis 19 Uhr. An sonnigen Tagen ist es entsprechend gut besucht, eine frühzeitige Ankunft empfiehlt sich.

Schloss Vollrads – Weingut mit Wasserburg

Auf einer Anhöhe oberhalb von Oestrich-Winkel liegt Schloss Vollrads, eines der ältesten Weingüter der Welt. Der Verkauf von Vollradser Wein wurde bereits 1211 urkundlich erwähnt. Das Anwesen verbindet eine mittelalterliche Wasserburg mit später hinzugefügten Barock- und Renaissance-Gebäuden, umgeben von Park und Weinbergen.

Die Vinothek im Hof ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Schlossführungen zeigen Teile des historischen Interieurs sowie den Weinkeller und geben Einblick in die Geschichte der Adelsfamilie von Greiffenclau, deren letzter Baron 1997 verstarb. Das Gutsrestaurant hat von Mittwoch bis Sonntag geöffnet und serviert regionale Küche, abgestimmt auf die hauseigenen Weine. Rund um das Schloss führt unter anderem der Flötenweg – benannt nach der traditionellen Rheingau-Weinflasche – durch die umliegenden Weinberge.

Schloss Johannisberg – über 1200 Jahre Weingeschichte

Oberhalb von Geisenheim-Johannisberg liegt Schloss Johannisberg, dessen Weingeschichte bis ins Jahr 817 zurückreicht. 1720 wurde das Gut zum ersten reinrassigen Riesling-Weingut der Welt. Das heutige Schloss, ein Barockbau, entstand ab 1716 anstelle eines älteren Klosters. Später gelangte das Anwesen in den Besitz der Familie von Metternich, deren Name bis heute mit dem dort produzierten Sekt verbunden ist.

Im Schlosshof erinnert der Spätlesereiter-Brunnen an die Entdeckung von 1775, als ein verspäteter Kurier die Leseerlaubnis brachte und aus den bereits von Edelfäule befallenen Trauben dennoch eine Spätlese gekeltert wurde. Das Schloss beherbergt eine Schatzkammer mit historischen Weinraritäten sowie einen Holzfasskeller; Kellerführungen finden auf Anfrage bzw. zu festen Terminen statt.

Die Schlossvinothek ist von März bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im angeschlossenen Restaurant Schlossschänke bietet eine Terrasse Blick über den Rheingau. Am nahegelegenen Aussichtspunkt Goetheblick betreibt das Weingut von April bis Oktober am Wochenende einen Weinprobierstand (freitags 14 bis 22 Uhr, Samstag/Sonntag 11 bis 22 Uhr).

Schloss Johannisberg ist frei zugänglich, Parkplätze sind vorhanden, die Gastronomie öffnet täglich ab 11:30 Uhr.

Rheinsteig-Wanderung: Von Eltville nach Oestrich-Winkel


Eine Etappe des 320 Kilometer langen Fernwanderwegs Rheinsteig führt von Eltville nach Oestrich-Winkel und verbindet auf rund 15 bis 18 Kilometern Altstadtgassen, Rheinufer, Wald, Weinberge und Ausblicke über das Rheintal. Für die reine Gehzeit sollten Sie etwa vier bis fünf Stunden einplanen, zuzüglich Pausen und Besichtigungen.

Startpunkt ist Eltville am Rhein mit stündlichen RB-Verbindungen aus Wiesbaden und Koblenz. Die Kurfürstliche Burg mit Rosengarten und die Uferpromenade liegen am Weg in die Altstadt. Von dort führen die blauen Rheinsteig-Markierungen durch Obstgärten und Weinreben hinauf Richtung Kiedrich, vorbei an der Burgruine Scharfenstein mit ihrem erhaltenen Aussichtsturm. In Kiedrich lohnt sich ein kurzer Blick in die gotische St.-Valentinus-Kirche.

Nach gut neun Kilometern ab Eltville erreicht die Route das Gelände von Kloster Eberbach von Osten, direkt entlang der Klostermauer – ein möglicher Zwischenstopp mit öffentlicher Toilette und Trinkwasserstelle am Besucherzentrum. Von dort steigt der Weg erneut an, führt durch lichten Laubwald zum Rand des Steinberg-Weinbergs mit Blick auf den Weinort Hallgarten und den Rhein, sowie – bei guter Sicht – auf Schloss Johannisberg in der Ferne. Ein markanter Rastplatz liegt am Wegkreuz „Unkenbaum“.

Anschließend führt der Weg bergab durch Rebhänge oberhalb der Weinorte Winkel und Mittelheim bis zum Zielort Oestrich-Winkel. Von dort erreichen Sie den Bahnhof Oestrich-Winkel (Mittelheim) für die Rückreise. Wer die Strecke abkürzen möchte, kann bereits ab Kloster Eberbach den Bus zurück nach Eltville nehmen. Festes Schuhwerk ist ratsam, da Waldpfade rutschig sein können; auf offenen Weinbergswegen empfiehlt sich im Sommer Sonnenschutz.

Kulinarische Entdeckungen: Restaurants im Rheingau


Der Rheingau bietet neben dem Weinbau auch eine breite gastronomische Auswahl, vom Gutsausschank bis zum Sterne-Restaurant. Eine Auswahl empfehlenswerter Adressen:

RestaurantBesonderheiten
Klosterschänke Eberbach
Eltville (Kloster Eberbach)
Regionale Klosterküche, rustikal-modernes Gasthaus im ehemaligen Abteigebäude
Schöner Klosterhof; saisonale Produkte;
Weinhaus Zum Krug
Eltville-Hattenheim
Gutbürgerliche rheingauer Küche, gemütlicher Landgasthof (historisches Fachwerk)
Umfangreiche Weinkarte (über Rheingau hinaus); familiengeführt; beliebtes Sonntagabend-Menü
Kronenschlösschen
Eltville-Hattenheim
Gourmetrestaurant im Landhotel, kreative französisch-basierte Küche
Exquisite Weinkarte (eine der bestsortierten in Deutschland); Gastgeber des Rheingau Gourmet & Wein Festivals jedes Frühjahr
Burg Schwarzenstein
Geisenheim-Johannisberg
Feine moderne Küche im Schlossrestaurant; elegante Atmosphäre im Relais-&-Châteaux-Hotel
Panoramaterrasse mit Blick auf Rheingau-Weinberge; Brasserie „Müllers auf der Burg“ vom TV-Koch Nelson Müller (gehobene regionale Küche)

Am Wochenende empfiehlt sich eine Reservierung, insbesondere im Weinhaus Zum Krug und im Kronenschlösschen. Preislich liegt ein Hauptgericht im Gasthaus bei etwa 18 bis 25 Euro, ein Fünf-Gänge-Menü im Kronenschlösschen bei rund 100 Euro ohne Wein.

Praktische Tipps zur Reiseplanung


Reisezeit: Der Rheingau ist ganzjährig ein Ziel, Frühjahr und Herbst gelten als besonders angenehm. Im April/Mai blühen Obstbäume und Rosen, Ende April markieren die Rheingauer Gourmet- und Weinwochen mit rund 100 teilnehmenden Weingütern den Start der Saison. Anfang Juni findet die Eltviller Rosenblüte statt. Im September/Oktober prägt die Weinlese die Region: Straußwirtschaften haben Hochsaison, dazu Federweißer und Zwiebelkuchen sowie zahlreiche Weinfeste in Rüdesheim, Eltville und auf Schloss Johannisberg. Im Sommer (Juli–August) finden das Rheingau Musik Festival sowie abendliche Weinprobierstände am Rheinufer statt.

Anreise und Mobilität: Mit der Bahn erreichen Sie Eltville, Oestrich-Winkel, Geisenheim und Rüdesheim im Halbstundentakt über die Rheingaulinie (VIAS RB10) ab Wiesbaden Hauptbahnhof, von Frankfurt am Main bestehen mindestens stündliche Verbindungen über Wiesbaden. Vor Ort verbinden Buslinien die Orte, etwa die Linie 172 zwischen Eltville und Kloster Eberbach – am Wochenende fahren Busse abseits der Hauptorte allerdings seltener.

Mit dem Auto führt die B42 am rechten Rheinufer durch die gesamte Region; von Wiesbaden nach Eltville sind es rund 20 Minuten, nach Rüdesheim etwa 40 Minuten. Parkplätze an den Sehenswürdigkeiten können an sonnigen Wochenenden voll sein. In den Weinorten gelten häufig Tempo-30-Zonen.

Der Rheingau-Radweg führt flach am Rhein entlang von Wiesbaden bis Rüdesheim, E-Bikes lassen sich vielerorts leihen. Alternativ verkehren Schiffe unter anderem der KD-Linie zwischen Eltville, Oestrich und Rüdesheim.

Unterkunft: Übernachtungsmöglichkeiten reichen vom Schlosshotel (etwa Burg Schwarzenstein, Kronenschlösschen) über Weingut-Pensionen bis zu Ferienwohnungen. Eltville bietet eine zentrale Lage mit Bahnanschluss, in den kleineren Weinorten wie Hattenheim oder Assmannshausen ist es ruhiger. Zu größeren Veranstaltungen wie dem Musikfestival oder den Weinfesten empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung.

Kloster Eberbach
Offizielle Website: kloster-eberbach.de

Schloss Vollrads
Offizielle Website: schlossvollrads.com

Schloss Johannisberg
Offizielle Website: schloss-johannisberg.de

Burg Schwarzenstein
Offizielle Website: burg-schwarzenstein.de

Schwarzes Häuschen (Weinstand Steinbergkeller/Staatsweingüter)
Informationen: kloster-eberbach.de – Schwarzes Häuschen

Klosterschänke Eberbach
Informationen: kloster-eberbach.de – Klosterschänke

Weinhaus Zum Krug (Eltville-Hattenheim)
Offizielle Website: zum-krug-rheingau.de

Kronenschlösschen (Eltville-Hattenheim)
Offizielle Website: kronenschloesschen.de

Burgrestaurant Schwarzenstein / Müllers auf der Burg
Informationen: burg-schwarzenstein.de – Restaurants

Graues Haus Oestrich-Winkel
Offizielle Website: graueshaus.com


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Ein Best Ager unterwegs in Europa

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